Duolingo

Duolingo

Der gefühlt 10930293. Lockdown und langsam gehen uns allen die Hobbies aus. Bananenbrot backen, Inlineskaten, Home-Workouts und Mandalas ausmalen, alles wurde irgendwie schon ausprobiert. Ich habe im ersten Lockdown letzten März allerdings etwas für mich entdeckt, was tatsächlich richtig den Geist fördert und auch sehr hilfreich sein kann. Ich habe angefangen, eine neue Sprache zu lernen.

Wir alle haben während unserer Schullaufbahn mehr oder weniger Französisch, Latein oder auch Italienisch neben unserer 2. Fremdsprache, Englisch, gelernt. Viel hängen geblieben ist davon leider nicht wirklich (da war nicht mal ein kleines Latinum für mich drin :D). Umso besser hat das Sprachenlernen für mich letztes Jahr geklappt, da ich es aus eigener Motivation heraus gestartet habe und ohne, dass bestimmte Leistungen von mir erwartet wurden.

Was genau ist Duolingo und wie ist es aufgebaut?

Duolingo ist eine der mittlerweile zahlreichen Sprachenlern-Apps, die auf dem Markt vertreten sind. Ich habe mich anfangs einfach nur für Duolingo entschieden, da es im Vergleich zu anderen Apps kostenlos angeboten wird. Es gibt zwar auch eine Premium-Version ohne Werbung, allerdings habe ich diese nie gebraucht und war mir zu Beginn natürlich auch unsicher, ob ich das wirklich durchziehe.

Wenn ihr bei Duolingo startet, könnt ihr neben der von euch gewählten Sprache auch angeben, ob ihr bereits Vorkenntnisse habt oder die Sprache ganz neu lernen möchtet. Bei Vorkenntnissen gibt es einen kleinen Einstufungstest, der es euch ermöglicht, je nach dem ermittelten Level, eine bestimmte Anzahl an Kapiteln freizuschalten. Seid ihr wie ich komplette Anfänger*innen, erarbeitet ihr euch nach und nach neue Kapitel. Innerhalb eines Kapitels gibt es dann noch mehrere Einzelschritte, die ihr absolvieren müsst, um ein Kapitel abzuschließen. So legt ihr bei den Grundlagen los, lernt wichtige Phrasen und Fragen bis hin zu den verschiedenen Zeitformen. Auf eurem Weg erreicht ihr immer wieder Kontrollpunkte, wodurch ihr ein Gefühl bekommt, wie viel ihr bereits gelernt habt.

Die Übungen sind unterschiedlich aufgebaut, mal müsst ihr etwas sagen, mal etwas schreiben oder auch Wörter zuordnen und in die richtige Reihenfolge bringen. Außerdem gibt es verschiedene Sprecher*innen, die entweder langsam oder schneller sprechen. Somit könnt ihr z.B. zuerst versuchen, die schnelle Aussprache zu verstehen und es euch dann ein zweites Mal langsamer anhören.

Darüber hinaus könnt ihr euch sogar mit Freund*innen vernetzen, um euch gemeinsam zu motivieren und eure Fortschritte zu verfolgen. Es gibt auch eine internationale Rangliste, in der ihr auf- und absteigen könnt, was davon abhängt, wie viel ihr geübt habt. (Ich habe diese Liste größtenteils ignoriert, weil ich mich nicht selbst zu sehr unter Druck setzen wollte.)

Spanischlernen im Selbstversuch: Wie habe ich mit Duolingo angefangen, eine neue Sprache zu lernen?

Ich habe mit Duolingo meine Spanisch-Basics aufgebaut, da ich die Sprache super schön finde und ich sie seit diesem Semester auch in der Uni lerne. So habe ich einfach schon mal etwas vorgegriffen (nicht, weil ich eine Streberin bin, sondern, weil ich wirklich Lust darauf hatte) und wollte sozusagen im Selbstversuch testen, wie viel ich nur mithilfe einer App lernen kann.

Um die einzelnen Kapitel zu verinnerlichen habe ich mir ein Vokabelheft angelegt und immer fleißig mitgeschrieben, wenn ich etwas Neues gelernt habe. Das war für mich die beste Methode, damit ich mir alles langfristig merken kann.

Ein kleines Manko hat Duolingo allerdings und da möchte ich auch ehrlich mit euch sein. Die Grammatik wird einem nicht wirklich erklärt. Durch viele Wiederholungen habe ich die Grammatik intuitiv gelernt, musste aber auch hin und wieder mal googlen, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Zudem werden einem immer nur einzelne Verbformen beigebracht, welche ich dann mithilfe von Konjugationstabellen, wie z.B. von Reverso, ergänzt habe.

Meine größte Motivation, um am Ball zu bleiben, war, dass ich Spanisch gemeinsam mit meinem Papa gelernt habe. Wir haben uns also auf Duolingo vernetzt und konnten uns immer über unseren aktuellen Stand austauschen und uns gegenseitig helfen. Schnappt euch eure Freund*innen oder Verwandten, glaubt mir, zu zweit macht es gleich viel mehr Spaß!

Was mir ebenfalls geholfen hat, waren spanische Serien, die ich auf Netflix mit deutschen Untertiteln angeschaut habe. Ich war wirklich erstaunt, wie viel ich bereits nach kurzer Zeit schon verstanden habe.

Das Ergebnis meines Selbstversuchs:

Ich habe es letztes Jahr tatsächlich durchgezogen, von März bis Oktober nur mit Duolingo Spanisch zu lernen. Ab Oktober habe ich dann mit Duolingo aufgehört und mich ausschließlich auf die Spanisch-Vorlesungen konzentriert. Ich war wirklich gespannt, ob ich generell mithalten kann und wie mein Level im Vergleich zum Spanisch-Level derer, die Spanisch in der Schule gelernt haben, aussieht. Unser Spanisch-Dozent ist super engagiert und immer darauf bedacht, dass unsere Aussprache und Grammatik on fleek ist (saludos a Alberto), wodurch der Anspruch auf jeden Fall sehr hoch ist.

Ich muss sagen, dass ich schnell einen Vorteil gegenüber den Spanisch-Anfänger*innen gemerkt habe, da ich die Basics, die wir gelernt haben und immer noch lernen, größtenteils dank Duolingo schon kannte. Das Semester ist nun fast vorbei und bald steht unsere Klausur an, die natürlich nochmal mehr darüber aussagen wird, wie viel Spanisch ich nun wirklich gelernt habe. Tatsächlich musste ich mir bis auf die Zahlen und die Uhrzeiten bisher nichts Neues einprägen, was mir bei der Klausurvorbereitung jetzt viel Zeit spart.

Alles in allem bin ich deshalb sehr zufrieden mit Duolingo und kann es euch nur ans Herz legen. Ich weiß, nicht jede*r ist ein Sprachen-Freak, aber es macht einen echt happy und definitiv auch stolz. Jetzt muss eigentlich „nur noch“ der Lockdown und das ganze Corona-Thema ein Ende finden, damit ich nach Spanien fliegen kann, um wirklich zu testen, was ich so alles kann.

Hier kommt ihr direkt zu Duolingo, was es übrigens sowohl als App als auch als Web-Version gibt.

Es war mir ein ganz besonderes Anliegen, diese Empfehlung mit euch zu teilen (was eigentlich schon längst fällig war) und euch von meinem kleinen Experiment zu berichten, weshalb das hier auch alles etwas ausgeufert ist (sorry dafür und ein kleiner Applaus für alle, die bis zu dieser Stelle gekommen sind).

Ich wünsche euch ganz ganz viel Spaß beim Lernen, lasst mich unbedingt wissen, welche Sprache ihr am liebsten sofort mit Duolingo lernen oder vielleicht auch auffrischen möchtet. Schreibt mir dazu gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag.

PS: Wie mein Spanisch-Dozent Alberto zu sagen pflegt: Te deseo un buen día y que brille el sol interior.

Duolingo

2 Kommentare zu „Duolingo

  • 27. Januar 2021 um 9:33
    Permalink

    Hallo Ani danke für Deinen tollen Artikel über Duolingo. Ich selbst hab mit Duolingo vor ca. 2 Jahren mit italienisch begonnen. Leider bin ich dann nicht am Ball geblieben. Dein Artikel hat bei mir aber wieder das Interesse geweckt. Vielen Dank dafür.

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    • 27. Januar 2021 um 12:27
      Permalink

      Es freut mich, dass du durch meinen Artikel wieder darauf aufmerksam geworden bist. Viel Spaß beim Lernen 🙂

      Antworten

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